Dein Österreichisches Wörterbuch

Kurrentschrift , die

deutsche Schreibschrift


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Veraltet, Historisch

Erstellt am: 13.09.2007

Bekanntheit: 29%

Beurteilung: 21 | 0

Kommentar am 13.09.2007


Kommentar am 13.09.2007
was ist daran österreichisch??

Kommentar am 13.09.2007


Kommentar am 14.09.2007
*Sütterlin* wär toll deutsche Schreibschriften gibt es mehrere

Kommentar am 14.09.2007
@ Amalia @meli Hallo! Leider muss ich euch enttäuschen denn die Schrift Sütterlin ist nur eine Nachfolgeschrift der damaligen Kurrentschrift. Die einzelenen Buchstaben unterscheiden sich ziemlich. Also wäre diese Übersetzung nicht richtig! Es stimmt, dass es mehrere Formen der deutschen Schrift gibt und dies eben eine Form davon ist. LG tiggerwinni

Kommentar am 09.10.2007
>>>> d <<<< Daumen rauf ! -sh- Schon laange her, aber kenne diese Schriftart noch und auch in der Lage zu lesen . ...-sh-

Kommentar am 04.01.2008
@halawachl Was daran österreichisch ist? Das Wort "kurrent", gab es in DE nicht und kann auch heute keiner was damit anfangen, sofern er nicht Fremdsprachen beherrscht. Es hieß immer die deutsche Schrift. Kurrent = aus dem Lateinischen - für laufend. Ist in allen romanischen Sprachen enthalten. Sütterlin war der dt.Pädagoge,nachdem die Schrift von 1925-1940 benannt war.

Kommentar am 06.06.2008
Kurrentschrift - welche denn? Meine Mutter hat noch streng unterschieden zwischen deutscher und lateinischer Kurrentschrift. Von latein ''currens'= laufend, fließend' ist eine "Kurrentschrift" eigentlich jede zusammenhängende Handschrift im Gegensatz zur Druckschrift oder zur gebrochenen Schrift (Fraktur). Als auf Hitlers ausdrücklichen Wunsch 1941 die lateinische Schreibschrift in den Schulen eingeführt wurde - er mochte die "deutsche" Schrift nicht und hat auch verlangt, dass "Mein Kampf" NICHT in Fraktur gedruckt wird -, da wurde das "undeutsche" Wort "Kurrent" nicht mehr für die Schreibschrift verwendet, weshalb heute 'Kurrentschrift' mit der vorher üblichen deutschen Schreibschrift (und das war die "Sütterlinschrift"), identifiziert wird, während der Gr. Brockhaus aus den 1930er Jahren noch meinte: "Kurrentschrift siehe Kursivschrift" . In D ist die Bezeichnung "Kurrentschrift" heute kaum noch in Gebrauch, während sie in Österreich mangels Hintergrundwissens nun als Eigenname der alten dt. Handschrift verstanden wird. Der Eintrag hat also durchaus berechtigt. Der Zusatz "Sütterlinschrift" wäre zwar ungenau, entspräche aber ebenfalls dem Sprachgebrauch.

Kommentar am 19.10.2008

By dankscheen

Kommentar am 19.10.2008
Auch wenn manche den Verweis nicht leiden mögen, hier ist er:
[http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kurrentschrift]
Wodurch noch immer nicht geklärt wäre, ob es sich dabei um ein österreichisches Wort handelt ..

Kommentar am 20.10.2008
Ergänzende Infos: Sicher ist der Verweis auf Wikidia informativ, jedoch nicht ausführlich genug in Bezug auf das Wort Kurrent und dessen Wertigkeit.

Da ich auch einen Daumen vergab, begründet sich nicht mit den dort vorhandenen Informationen.

Wikipedia, es sei von mir einmal angemerkt, ist nach wie vor ein Werk von vielen Fachleuten. Aber ebenso wirken viele halbprofessionelle mit und vergleichbar mit Ostarrichi wird auch dort nie die endgültige Weisheit zu finden sein.
Als Infoquelle, Nachschlagewerk gerne.

Kurrentschrift, zum Anliegen und Begründung meines Daumens :
Ursprung des Wortes currere=laufen, also eine Laufschrift ist logisch und auch gut nachvollziehbar. Die Verdeutschung Kurrent folgte im Laufe der rechtschreiblichen Veränderungen.
Kurrentschrift prägte eine lange Zeit den gesamten deutschen Sprachraum und war die übliche Verkehrsschrift. Sogar als Amts-und Protokollschrift etablierte sich Kurrent auch in Österreich. Bis 1952 gab es noch die „Schulschrift Kurrent, schöne Schreibschrift, mit Feder“ parallel zu erlernen.

Die entscheidende Veränderung im Kurrent wurde durch den Grafiker Ludwig Sütterlin eingeleitet. Er entwickelte 1911 eine sehr ähnliche, aber eigenständige Schriftart.

Diese Neuerung, eine eigenständige Schrift, zog in Deutschlands Schulen ein und in Österreich konnte Kurrent lange Zeit überleben.

Allerdings kam es 1941 durch den Normaschrifterlass dazu, das im großdeutschen Reich beide deutsche Schriften zugunsten der lateinischen Schrift abgeschafft wurden.

Durch Bormanns Erlass vom 3. Januar 1941 wurden zunächst nur die gebrochenen Druckschriften verboten. Mit einem zweiten Rundschreiben vom 1. September 1941 wurde auch die Verwendung der deutschen Schreibschriften untersagt. Damit war auch die bis dahin übliche deutsche Kurrentschrift verboten, sowie die erst in den 1920ern eingeführte Sütterlinschrift. Seit Beginn des Schuljahres 1941/42 durfte an den deutschen Schulen nur noch die so genannte "Normalschrift" verwendet und gelehrt werden, die bis dahin als "lateinische Schrift" zusätzlich zur Sütterlinschrift unterrichtet worden war.

Ein Teil österreichischer Bibliographie z.B. aus dem Jahr 2003 noch ist teilweise in Kurrentschrift gehalten.

[http://allegro.onb.ac.at/biblio/content/200323/Bibliographie200323.pdf.]

Der „Führer“ soll diese ehemals „deutschen“ Schriften schwer abegelehnt haben und sie gar dem Judenvolk, dem „Abschaum“ zugeordnet haben. Mir liegen noch Dokumente vor, in denen Sütterlin als die „gute deutsche Schrift“ bezeichnet werden. Die Umwandlung in Sütterlin, einem deutschen ! Grafiker also, wurde in Deutschland sehr forciert und recht bald war der Begriff Kurrent – bis zum heutigen Tage nicht mehr in Gebrauch und Umlauf.

Die Erste Republik (1918–1938) überstand ohne große Umstände dies alles und hielt an Kurrent fest. Die zweite, wie oben schon beschrieben lehrte gar bis 1952, regional und an bestimmten Schulen.

Damit dürfte zumindest für mich der Daumen berechtigt und begründet sein.
LG -shadow-

Kommentar am 20.10.2008
Zum Abrunden der Infos von shadow: Ich denke


Die Präsenz des Wortes ist in Österreich noch gut und oft in heutiger Zeit vorhanden:

Einen Link nach Wien :Zeitschrift Henri 2007
[http://info-media.at/henri4/PDF/Alter7.pdf]
Daraus : Kurrent übersetzen :Aus den „Self-Empowerment“-Kursen sind seit 2003 bis heute 14 weitere eigenständige Projekte entstanden. :

In 19 von 23 Wiener Bezirken:

ist man mittlerweile vertreten. Im Projekt „Leseagentur“ gestalten 18 Seniorinnen ehrenamtlich in Kooperation mit Visitas, dem sozialökonomischen Besuchsdienst des Roten Kreuzes, Lesungen in Wiener Seniorenwohnhäusern. Im Projekt „Kurrent“ organisiert man die Übersetzung historischer Kurrentschrift-Dokumente für Museen. Die „Museumsagentur“ bietet Hilfeleistungen bei Ausstellungen. Und im Projekt „Reisen“ haben sich mittlerweile mehr als 120 Senioren vernetzt, die gemeinsam die Welt erkunden.

Link 2

[http://gonline.univie.ac.at/htdocs/upload/File/import/2543.pdf?PHPSESSID=416726558ca57a1a0b26e025a74676b6]

Geschichte Online (GO) PDF-Version der Lerneinheit: ERSTE SCHRITTE IM KURRENT-LESEN

Link 3

[http://www.w.roteskreuz.at/cn/aktuelles_und_publikationen/vorang/seiten/vorrang1-04.pdf] Mit einem Artikel über Kurrentschrift und Übersetzungen

Auch hier ohne Frage eine Berechtigung des Daumens von mir, dieses Wort eher bzw. nur noch dem Sprachraum Österreichs zuzuordnen wäre..
Ferner deckt sich dies mit Yana´s Kommentar echt gut, es in Deutschland wo Yana lebt es nicht bekannt ist.
Allerdings sei zu meiner Schande angemerkt, das mein eingefügtes Bild mit Sütterlin unterlegt ist.
LG Dankscheen bLG an shadow

Kommentar am 20.10.2008


Kommentar am 21.10.2008
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich so ziemlich allem, was an Kommentaren zu dem Wort geschrieben wurde, aus dem Brustton der Überzeugung zustimme. Interessant, dass den Begriff 'Kursivschrift' wohl jeder kennt, mit 'Kurrent' aber viele so wenig anfangen können. 'Kurrentschrift' leitet sich nicht nur vom selben lat. Verb ab, das Wort hat auch dieselbe ursprüngliche Bedeutung ("fortlaufend", "in einer Wurscht", also nicht durch Zwischenräume getrennt, geschrieben wie bei Druckschrift). Wie Koschutnig zu meiner großen Genugtuung bemerkte, gibt es im dt.-sprachigen Raum eben zwei Kursivschriften, von denen die eine "Lateinschrift" heißt (weil sie sich ganz vom lateinischen Alfabet herleitet) und die andere "Deutsche Schreibschrift" (in einer älteren Ausgabe des ÖWB auch als "Deutsche Schrift" bezeichnet). Oder (mit einem typisch österreichischen Ausdruck!) eben als Kurrentschrift, weswegen der dritte Daumen von mir stammt. Erst als mir dieser Zusammenhang klar war, verstand ich auch, warum wir in der Schule zu der Schreibschrift, die wir lernen mussten, "Latein" sagten. Der Ausdruck ist eben nicht, wie nahe liegen würde, als Gegensatz zu Druck- oder Blockbuchstaben, sondern als Gegensatz zur Kurrentschrift zu verstehen. Trotzdem werden weiterhin die Zweit- die Erstklassler fragen "Kannst schon Latein?".

@Meli: interessant, dass ihr diese Schrift in der Schule gelernt habt. Wir dürften ja annähernd in denselben Jahren die Schulbank gedrückt haben. Aber dass zwischen einem niederösterreichischen und einem Wiener Lehrplan so ein Unterschied ist - interessant. Ich habe die Buchstaben einmal ganz gut beherrscht, weil im deutschsprachigen Raum eine Zeitlang Kurrent- oder Frakturbuchstaben für die Bezeichnung von Vektoren verwendet wurden. In der übrigen Welt bezeichnet man Vektoren mit einem Halbpfeil über dem Buchstaben. Aber diesem Umstand verdanke ich, dass ich einmal ganz gut Kurrent schreiben konnte und zum "Ausprobieren" meiner Oma ein selbst verfasstes Gedicht in dieser Schrift überreicht habe. Sie konnte es tatsächlich lesen, nur jede Menge s-Fehler waren drinnen (es gibt dort ja das runde und das lange s).

Kommentar am 26.03.2015
Sicher ist das Wort "Kurrent" kein eigentümlich Österreichisches. Ich bin in Deutschland zur Schule gegangen und kannte das Wort "Kurrent" allerdings, bevor ich nach Wien kam, noch nicht. Ist hier sicher üblicher - in Deutschland sagt man umgangssprachlich "deutsche Schrift" oder "altdeutsche Schrift" oder am häufigsten, aber unrichtig, "Sütterlin" als Oberbegriff für alle "deutschen Kurrentschriften" auch vor 1900, auch wenn Herr Sütterlin seine Schrift erst Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte.

Kommentar am 26.03.2015
Mangels Hintergrundwissens wird heute "Kurrent(schrift)" in Österreich praktisch als Eigenname für alle alten dt. Schreibschriften verstanden, in D aber kaum noch gebraucht. Der Eintrag hat also durchaus Hand und Fuß.

Kommentar am 26.03.2015
Vor so viel Weisheit verneige ich mich ehrfürchtig! Ich habe Kurrent noch in der ersten Klasse des Gymnasiums (1950) im Gegenstand "Schönschreiben" gelernt; lesen kann ich es gerade noch.

Kommentar am 26.03.2015
Deutsches Universalwörterbuch, hrsg. v. d. Dudenredaktion. 7., überarb. u. erw. Aufl. Mannheim-Zürich 2011, S. 1076: "kurrent" [zu lat. Currens (Gen.: currentis), 1. Part. von: currere = laufen] (österr.): in deutscher Schrift [gestaltet]: k. schreiben. "Kurrentschrift", die: (früher benutzte)deutsche Schreibschrift. Demnach ist zwar das Adjektiv (Eigenschaftswort) und auch Adverb (Umstandswort) „kurrent“ spezifisch österreichisch, aber nicht das zusammengesetzte Substantiv (Hauptwort) „Kurrentschrift“.

Kommentar am 26.03.2015
Jahrgang 1941: Habe, ach, mit heißem Bemüh´n Kurrent, Sütterlin und Schönschrift gelernt. Bin darob aber froh, weil ich so die Feldpostbriefe meines im Krieg ermordeten Vaters entziffern konnte. Ich staune immer, wie schön die Alten schrieben!

Kommentar am 27.03.2015
Upps, hab versehentlich das Deutsche Universalwörterbuch (Gerfrei) mit Daumen versehen, mein Kommentar aber ist verschwunden: " Ja wenns das DEUTSCHE U.-WÖRTERBUCH" sagt! Was sagt den das Österreichische Wörterbuch dazu? Habe meines gerade verlegt und online finde ich nichts

Kommentar am 21.05.2016
Weshalb ist dieser gemeindeutsche Begriff noch nicht gelöscht, bitte?

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Kurrentschrift






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

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